Presseerklärung „Keine Tiefgarageneinfahrt auf der Fahrbahn der Egerlandstraße in Geretsried“

Presseerklärung von Günther Fuhrmann, Stadtrat und Kreisrat, Behindertenbeauftragter der Stadt Geretsried und Vorsitzender des FDP Ortsverbandes Wolfratshausen – Geretsried

Ich nehme Bezug auf die FDP Veranstaltung des Ortsverbands Wolfratshausen – Geretsried am 29.05.19 mit dem Thema „Nächste Herausforderung „Neue Mitte“, mit unserem Landtagsabgeordneten Sebastian Körber (Architekt).

  • Bericht des Isar Loisachboten vom 31.05.19, Artikel „Wo bleibt die Aufenthaltsqualität“
  • Bericht der Neuesten Nachrichten vom 31.05.19 Artikel „Gewerbetreibende und Ärzte der Egerlandstraße sind besorgt“.

Thema: Keine Tiefgarageneinfahrt auf der Fahrbahn der Egerlandstraße

Der weitere Ausbau der „Neuen Mitte“ in der Egerlandstraße in Geretsried sieht neben dem Neubau der Baugenossenschaft auch eine Tiefgarage unterhalb des Neubaus und der Egerlandstraße vor.

Die 2 geplanten Ein- und Ausfahrten sind bei genauer Prüfung äußerst ungünstige und deshalb untragbare Lösungen. Sie sind in der Mitte der Fahrbahn, in Höhe der Wohnanlage des „Betreuten Wohnens“ und auf der Höhe des Einzelhandels „Sport Utzinger und Isarkaufhaus“ geplant. Dies ist nicht zweckmäßig.

Verkehr

Beide Ein- und Ausfahrten haben eine Gesamtbreite (2 Spuren) von 6,50 Meter und messen mit den beiden vorbeiführenden Fahrbahnen mit mindestens je 3,25 Meter, eine Gesamtbreite von 13,00 Meter. Die jetzt 2-spurige Fahrbahn bekommt nach Fertigstellung faktisch eine Breite einer 4-spurigen Fahrbahn.

Diese Breite geht erheblich auf das Konto der bisherigen großzügigen Breite der Gehsteige. Rechnet man nämlich für die beiden Gehsteige je 4,00 Meter, so ergeben sich 13 plus 8 gleich 21 Meter. Damit ist die gesamte zur Verfügung stehende Breite der Straße, von Grundstück zu Grundstück ausgeschöpft.

Verkehrliche Auswirkungen – Gehsteige

Fußgänger, Rollator-Nutzer, Rollstuhlfahrer und andere Behinderte haben bei ca. 4 Meter Gehsteigbreite sehr wenig Platz. Da bei einer Einkaufzeile sich die Leute treffen und stehen bleiben, ist die gewünschte Aufenthaltsqualität nicht erreicht. Die „Einkaufssituation“ verschlechtert sich damit erheblich.

Die Ein- und Ausfahrten der bestehenden Tiefgaragen (C&A und Betreutes Wohnen) queren diese schmalen Gehsteige und sind damit ein potentielles Gefahrenmoment. Jedenfalls deutlich mehr als bisher.

Geschäftsleben

Ungeachtet der erheblichen Beeinträchtigung der heute vorhandenen Einzelhandelsgeschäfte während der Bauzeit, ist nach Fertigstellung der Geschäftsstraße mit einer bleibenden Benachteiligung zu rechnen. Die heutige bestehende Außengastronomie verschwindet gänzlich. Auch die belebenden Verkaufsstände auf dem Gehsteig können nicht mehr aufgebaut werden.

ALDI Standort

Die Unterbringung eines Aldi – Marktes muss ebenfalls in Frage gestellt werden. Die Kunden die zum Aldi fahren, kommen überwiegend mit dem Auto. Wir ziehen damit den Verkehr in der „Neuen Mitte“ förmlich an wenn auch überwiegend in die dann fertige Tiefgarage.

Dass das kontraproduktiv ist, ist klar, wenn man weiß wie bequem der Aldi an der Banaterstraße angefahren werden kann. Damit wird der Verkehr in der Innenstadt nicht belastet.

Darüber hinaus wäre es gut, wenn für das zukünftige Wohngebiet die Aldi – Filiale bleiben würde. Geretsried braucht keine 2 Aldi Filialen. Es wäre fatal, wenn die Aldi-Filiale mit etwa 800 qm in der Innenstadt platziert wird. Aufgrund der Bebauung des Lorenzareals ist der jetzige Standort des ALDI in der Banaterstraße geradezu ideal.

Zieht der Aldi in der Egerlandstraße ein, ist eine weitere Belastung die Einfahrt für die Lieferanfahrt, direkt neben der Tiefgaragen-Ein- und -Ausfahrt vom „Betreuten Wohnen“.

Eine potentielle weitere Gefahr bei der Querung des sehr schmal angelegten Gehsteiges.

Neben der Aus-/Abfahrt Tiefgarage Betreutes Wohnen, soll neben der Einfahrt für die Anlieferung zur Aldi-Filiale auch die Müllabfuhr vorgesehen werden. Eine gefährliche Stelle.

Barrierefreiheit für alle, nicht nur für Behinderte

Im direkten Bereich der Ein- und Ausfahrten der Tiefgaragen und darüber hinaus, ist die Platzierung von Kurzzeitparkplätze und Schwebehinderten Stellplätze sehr eingeschränkt. Hier muss man auch die heutigen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs noch mit berücksichtigen.

Das störungsfreie Abbiegen aus dem Fasanenweg nach rechts in die Egerlandstraße ist vor der geplanten mittigen Einfahrt in die Tiefgarage für den Bus des öffentlichen Nahverkehrs äußerst schwierig wenn überhaupt möglich. Auch hier besteht ein ernstzunehmendes Gefahrenpotential. Die Haltestelle neben der Tiefgarageneinfahrt ist nicht möglich und muss verlegt werden.

Attraktive Schaufenster

Es gibt keine attraktiven Schaufenster bei C&A. Genauso wenig attraktiv wird die Außenfläche Eines Aldi Markts sein. Wenn sich dadurch nach und nach die Standorte des Einzelhandels verschlechtern und der eine oder andere Einzelhändler wird wegziehen.

Es gibt kaum eine Flaniermeile an dieser Stelle, was sich viele Geretsrieder vorgestellt haben.

Radwege

Die Radwegeplanung wurde bisher noch nicht erwähnt. Warum? Es gibt keinen Radweg in der Egerlandstraße.

Es wäre schön, wenn man auch an die Radfahrer denken würde. Auf den schmalen Gehwegen haben jetzt bestimmt keine Radfahrer mehr Platz, wie das bislang, zwar regelüberschreitend von vielen Bürgern praktiziert wurde. Auf dem Karl Lederer Platz sind Fahrradständer für 70 Fahrräder geplant. Wo sollen die Fahrräder in der Egerlandstraße vor den Geschäften untergebracht werden?

Der Landkreis macht sich Gedanken, wie er das Radwegenetz attraktiv machen kann. Tiefgaragen sollen anregen, dass nicht so viel Autos auf der Straße fahren und das Fahrrad den Vorzug bekommt.

Diese Herausforderung, auch aus klimatechnischen Erwägungen, wird in der Egerlandstraße sträflich vernachlässigt.

Die überregionale Planung von Fahrradwegen und Fahrradschnellwegen im Landkreis erfordert unbedingt auch die Anbindung an die innerkommunalen Radwegenetze in den Städten und Gemeinden. Wir haben jetzt die Chance Geretsried attraktiv für alle Fahrradfahrer zu machen.

Sparkasse

Auch die Sparkasse möchte sich durch einen Neubau in die geplante Entwicklung in der Egerlandstraße einreihen. Sicherlich liegt das nahe. Eine gewisse Aufstockung ist natürlich geplant. Obwohl noch kein Bebauungsplan und Bauantrag vorliegen und genehmigt sind, darf man schon mal nachdenken.

Auch hier kann man davon ausgehen, dass keine Einzelhandelsgeschäfte im EG entstehen und einige Stockwerke dazukommen. Auch hier sind wieder keine Schaufenster des Einzelhandels möglich. Denkt man diese Bauplanung weiter, verlieren wir auch noch das Schmuck- und Uhrengeschäft. Eine weitere Schmälerung einer belebten Einkaufsstraße.

Auch erfordert eine Aufstockung entsprechend mehr Stellplätze für Mitarbeiter der Sparkasse und eventuell für die geplanten Wohnungen. Es ist fraglich, ob sich diese Stellplätze in einem Tiefgaragengeschoß auf dem Grundstück der Sparkasse verwirklichen lassen.

Soll das etwa auch zu Lasten der Tiefgarage auf öffentlichen Grund erfolgen?

Brandschutz

Soweit bekannt ist auch ein Aufzug an der Stelle, Einmündung des Karl-Lederer –Platzes in die Egerlandstraße geplant. Wenn man den Aufzug am KLP sieht ist daneben keine Treppe geplant.

Nach meinem Dafürhalten ist es nicht ausreichend, an 2 Stellen mit dem Aufzug in die Tiefgarage zu gelangen. Ein normaler Treppen- Auf- und Abgang an gleicher Stelle ist nicht vorgesehen.

Baustellenverkehr

Die Bauphase für die „Egerlandstraße Wohn- und Geschäftsbauten mit Tiefgaragen“ dauert 2 ½ bis 3 Jahre. In der gleichen Zeit beginnt ab 2020 die Firma Krämmel mit dem Neubau der ersten Bauabschnitte auf dem Lorenzareal. Dem Vernehmen nach dauert die Bauzeit für das gesamte Areal mit 760 Wohnungen ca. 5 Jahre. Gleichzeitig wird das interkommunale Hallenbad fertiggestellt sowie die Mittel – und Realschule im Schulzentrum saniert. Die Turnhalle im Schulzentrum wird neu gebaut.

Dies alles erfordert viel Baustellenverkehr. Die Egerlandstraße ist über eine lange Zeit voll gesperrt. Über die inzwischen fertiggestellte B11 Einfahrt Geretsried Mitte können keine Baustellenfahrzeuge fahren.

Allerdings sind die für den Baustellenverkehr einzigen Anschlüsse, Einfahrt B11 Nord und Einfahrt B11 Jahnstraße. Leider sind die Anschlussstellen nur unzureichend belastbar, da die Rechtsabbiegespuren nicht oder nicht gut genug ausgebaut sind. Es gibt jetzt schon laufend durch Rückstau Überlastungen beim Individualverkehr, die sich bis in die Wohn-gebiete dahinter auswirken.

Forderungen des FDP OV Wolfratshausen Geretsried

  1. Die Zufahrt zur Tiefgarage Egerlandstraße soll über die Flächen der Wohngebäude erreichbar werden. Dafür ist die Baugenossenschaft verantwortlich. Die Einfahrt zur eigenen Tiefgarage kann nicht über öffentliche Straßen erfolgen.
  2. Damit entfallen die Einfahrten inmitten der Egerlandstraße und ermöglichen ein echtes Einkaufserlebnis auf breiten Gehsteigen. Es ist dann genügend Platz für Fußgänger, Rollator, Rollstuhlfahrer und Rollerfahrer möglich.
  3. Es sind damit mehr Kurzzeitparkplätze und Schwerbehindertenparkplätze möglich.
  4. Die Haltestellen für den öffentlichen Busverkehr bleiben an Ort und Stelle und sind leicht anfahrbar.
  5. Es ist die Planung eines durchgehenden Radweges in der Egerlandstraße vorzusehen.
  6. Eine „attraktive“ Einkaufmeile ist anzustreben. Dies geht nicht mit dem Discountmarkt Aldi.
  7. Ein separater Treppenaufgang von der KLP Tiefgarage neben dem Aufzug ist nachträglich zu bauen.

Geretsried, 09.06.2019

Günther Fuhrmann


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