Wozu Inklusion?

Günther Fuhrmann

Sprecher der Ausschussgemeinschaft FDP/BP im Kreistag Bad Tölz Wolfratshausen

 

Wozu Inklusion?

Jeder Mensch ist einzigartig. Die Würde des Menschen muss beachtet werden. Niemand darf diskriminiert werden. Diskriminiert wird man dann, wenn die Selbstbestimmung eingeschränkt, die Gleichbehandlung missachtet und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert oder verhindert wird.

So gesehen könnte es doch reichen, wenn diese Werte, die schon im Grundge-setz verankert sind, eingehalten werden würden.

Die UN Behindertenrechtskonvention, die von Deutschland mit unterzeichnet wurde, stellt klar, dass Menschen mit Behinderung einen besonderen Schutz in unserer Gesellschaft brauchen.

Inklusion ist keine Technik die man mit bestimmten Maßnahmen einfach einführen oder verändern kann. Eine Rampe für Rollstuhlfahrer bauen ist bestenfalls eine Maßnahme zur Integration von Menschen mit körperlicher Behinderung.

Nein, Inklusion ist eine Haltung. Es ist ein menschliches Verhalten der Gesellschaft die Barrierefreiheit umfänglich zu beachten. Es ist eine Art Klimagestaltung in allen Phasen der unterschiedlichen Lebensräume. Es ist die Voraussetzung für angstfreies Lernen in der Gemeinschaft.

Gemeinschaft ist Familie, Kindergarten, Schule, Aus- und Weiterbildung, Arbeitsplatz in Wirtschaft und Verwaltung, einfach alles. Inklusion ist erreicht, wenn jedes einzigartige Kind und jeder Erwachsene und einzigartiger Mensch sich in einer freien Gesellschaft frei entwickeln kann. Wer so seinen Platz im Leben findet braucht sich nicht minderwertig fühlen.

Es geht also nicht nur um Barrierefreiheit in Gebäuden und Straßen. Die Barriere in den Köpfen der Menschen ist die größte Hürde für die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben.

Es reicht, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu beachten, damit den Ausschluss aus einer Gruppe zu verhindern helfen um Gemeinsinn, Offenheit und Problemverständnis zu kultivieren.

Werden diese Werte gelebt, so kann man pädagogisch gesehen auf Strafe verzichten. Das gilt für Eltern bei Kindern, bei Menschen die sich mit Senioren pflegerisch beschäftigen, für alle Lehrkörper von der Grundausbildung bis zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in jeglicher Lernstufe.

Wo wird eigentlich das eigene Handeln so nachhaltig reflektiert, dass Ausgrenzungen vermieden werden können?

Leider ist die gesellschaftliche Entwicklung sehr leistungsbezogen, das auf das Lernen übertragen, die freie Entfaltung einschränkt, ja sogar angstfreies Lernen unmöglich macht.

Der kurzfristige Erfolg der heute von vielen favorisiert wird und der in fast allen gesellschaftlichen Gliederungen Raum genommen hat, wirkt immer gegen Inklusion.

Die Kompensation der individuell gefühlten Minderwertigkeit, wie „Unpünktlichkeit, im Mittelpunkt stehen wollen, Überlegenheit leben und Rache“ stehen für manche Menschen als Erfolgsmethodik.

Wir sortieren Menschen schon aus ohne dass sie behindert sind. Sie sind aber nur anders.

Jeder Mensch ist einzigartig mit und ohne Inklusion


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